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Wie blockiert man den Facebook-Like-Button?

Jeder hat ihn bestimmt schon einmal gesehen: den Facebook-Like-Button. Auf vielen Webseiten findet man ihn unter Artikeln, Bildern, Produkten und vielem anderen.

Doch bereits ohne Klicken ermöglicht der Button für Facebook eine Profil-Erstellung mit Surf-Verhalten über die Besucher der Webseite.

In diesem Beitrag möchte ich erklären, welche Auswirkungen und Gefahren die bloße Anwesenheit dieses Buttons haben kann und wie man sich davor schützt, in dem man ihn blockiert.

Technische Grundlage

Wie kommt der Facebook-Like-Button eigentlich auf eine Webseite?

Der Betreiber der Webseite bettet den Button über ein Iframe auf seine Seite. Den Code dafür muss man nicht einmal selber schreiben, er lässt sich ganz einfach mit dem Like-Button-Generator erzeugen und muss dann nur noch in die eigene Webseite kopiert werden.

Ein Iframe ist ein Bereich auf der Webseite, in dem eine andere Webseite geladen werden kann. In diesem Fall eben Facebook. Das bedeutet, dass bei jedem Aufruf der Seite auch eine Seite von facebook.com mitgeladen wird.

Ist man bei Facebook registriert und angemeldet, bewirkt ein Klick auf das unscheinbare „Gefällt mir“ oder „Like“ Großes: Der Zähler neben dem Button erhöht sich um 1, auf der eigenen Pinnwand und der der Freunden erscheint die Nachricht „XY gefällt example.com“. Dadurch zeigt man seinen Freunden „Guck mal hier, das hat mir gefallen, solltest du dir auch mal ansehen.“

Der dabei entstehende Werbeeffekt ist um einiges höher als der einer normalen Reklametafel. Das Ganze nennt sich „Virales Marketing“. Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, deswegen verweise ich für mehr Informationen auf Wikipedia.

Rechtliches Problem

In einer Datenschutzerklärung muss jeder Webseitenbetreiber angeben, welche Daten beim Besuch seiner Webseite erhoben werden, wie und wo sie gespeichert werden und was mit ihnen passiert.

Wenn nun Webseiten Dritter eingebunden werden, wird die Sache etwas heikel. Denn auch diese Dritten müssen in den Datenschutzerklärung erwähnt werden.

Einen entsprechenden Gesetzesbeschluss dafür gibt es auch schon für Googles Analytics. Betreiber, die Google Analytics verwenden, müssen in ihrer Datenschutzerklärung darauf hinweisen, dass bei jedem Seitenaufruf Google Kenntnis darüber erhält und diverse Daten in den USA gespeichert werden. Inzwischen bietet Google die Möglichkeit an, Google Analytics über ein Browser-Plugin zu blockieren.

Das Problem beim Like-Button ist folgendes: Facebook kann sich ein detailliertes  Surfprofil eines Benutzers erstellen, denn anhand der Zugriffszahlen auf den Like-Button wird gespeichert, wer (welche IP-Adresse) wann und wie oft welche Seite besucht hat. Mit einer weiteren Verbreitung des Like-Buttons gelingt diese Profilerstellung immer lückenloser. Und dass Facebook auf jede Webseite möchte, ist kein Geheimnis.

Hier gibt es mehr Infos zum Datenschutzproblem mit dem Like-Button.

Es gibt andere (unbedenklichere) Möglichkeiten des Einbindens, gute Vorschläge kann man in den Kommentaren zu diesem Artikel von intern.hamburg.de lesen.

Wie kann man den Facebook-Like-Button blockieren?

Kommen wir zum eigentlichen Teil des Artikels: Wie lässt sich der Like-Button blockieren und eine Verfolgung durch Facebook verhindern?

Wie bereits in den technischen Grundlagen erklärt, wird der Button meist über ein Iframe eingebunden. Am einfachsten ist es, diesen Iframe zu blockieren. Das geht zum Beispiel mit dem Browser-Addon „Adblock Plus“ für Firefox. Viele kennen dieses Addon und haben es vielleicht auch schon installiert.

Wenn man das Addon installiert hat, besucht man eine Seite, die einen Facebook-Like-Button eingebettet haben, zum Beispiel bildblog.de

Oben rechts neben der URL-Leiste sollte jetzt das Adblock Plus Icon zu sehen sein. Mit einem Rechtsklick öffnet sich ein Menü.

Klickt man jetzt auf „Blockierbare Elemente öffnen„, wird unter dem Browser eine Liste aller Elemente angezeigt. Dort findet man auch leicht die Like-Buttons, die über einen Frame integriert sind.

Mit einem Rechtsklick auf eine der Adressen öffnet sich ein Menü

Hier klickt man auf „Dieses Element blockieren„. Es öffnet sich ein neues Fenster.

Hier kann man eine neue Blockierregel definieren.

Es gibt verschiedene Muster, die man wählen kann. Allgemein liegen die Like-Buttons auf www.facebook.com im Ordner plugins.

Will man nur die Like-Buttons blockieren, sollte man das erste Muster wählen.

Allerdings ist der Like-Button nicht das einzige Plugin von Facebook. Es gibt noch die Likebox, Comments, Login-Buttons und viele andere.

Ich habe mich für das zweite Muster entschieden. Damit sind die anderen Plugins auch blockiert, da Facebook auch die Zugriffe darauf speichert.

Wenn man sich für ein Muster entschieden hat, bestätigt man die Auswahl mit „Filter hinzufügen„. Es gibt zwar noch weitere nützliche Einstellungen, auf die ich aber in diesem Artikel nicht weiter eingehen werde.

Wenn man die Seite jetzt neu lädt, sind die Facebook-Like-Buttons verschwunden.

Abschluss

Mit dieser Methode kann man Facebook-Like-Buttons einfach und sicher blockieren. Auch andere Elemente lassen sich so unterbinden.

Allerdings befindet sich das Web in einer ständigen Entwicklung. Was heute gilt, ist morgen vielleicht schon wieder anders. Deshalb sollte man sich von Zeit zu Zeit informieren, ob sich etwas geändert hat, um eventuell den Schutz anzupassen.

Ich hoffe, dass euch diese Anleitung gefallen und geholfen hat.

Dann würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Update 17.11.2010

Ich habe ein Addon für Firefox getestet, das sämtliche Facebook-Plugins deaktiviert, wenn man sich nicht auf facebook.com befindet.

http://www.wlabs.de/browser-addon-facebookblocker

Autor: Artur

Der technikinteressierte und bibeltreue Christ Artur Weigandt bloggt über Datenschutz, Webprogrammierung, sicheren Umgang mit dem Internet und die Bibel. Er arbeitet an der christlichen Community youthweb.net mit, programmiert Webapplikationen und beteiligt sich bei diversen Open Source Projekten.