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Der Worst Case bei Daten-Zentralisierung

Hier gibt es ein gute Beispiel dafür, dass die eigenen Daten nirgendwo sicher sind. Auch nicht bei Google.

Der Account eines Google-User wurde nach 7 Jahren unerwartet und grundlos gelöscht. Der User hatte nach und nach seinen gesamten Online-Auftritt und seine Daten zu Google geschoben. Da umfasste unter anderem seinen Blog mit sämtlichen Artikeln, 4.800 Bilder, über 500 im Google Reader gespeicherte Artikel (von denen die meisten per Hand eingepflegt wurden), Google Voice Nachrichten, alle synchronisierten Lesezeichen und weitere Daten bei so gut wie jedem anderen Google-Dienst.

All diese Daten sind jetzt weg.

Auch das Forum für Userprobleme, wo er nur von einem Bereich zum nächsten geschickt wurde, konnte ihm nach 5 Tagen nicht weiterhelfen. Das einzige, was er aus der ganzen Sache mitnehmen konnte, war die Lehre: Nie wieder Google.

Der User hat auf consumerist.com einen offenen Brief an Google verfasst.

Er scheint auch nicht der einzige zu sein. Er kennt Beispiele, bei denen Freunde oder Bekannte aus nicht erkennbarem Grund von Google ausgestoßen wurden.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nie eine gute Idee ist, seine gesamten Daten irgendwo zentralisiert und ohne Backup abgelegt zu haben. Auch wenn die Firma noch so vertrauenswürdig ist und noch so sicher zu sein scheint: Ein kleiner Fehler oder höhere Gewalt kann alles von jetzt auf gleich verschwinden lassen.

Was kann man dagegen tun? So einiges. Eigene Lösungen verwenden (eigener Blog, Fotos auch auf der Festpatte lassen, eigener RSS-Reader), möglichst verschiedene Dienste verwenden (Lesezeichen-Synchronisation über Firefox, alternative/eigene Email-Anbieter) und ganz wichtig: Regelmäßige Datensicherungen, soweit dies möglich ist.

Zentralisierung mag ja alles einfach und schneller machen. Aber es birgt auch immer die Gefahr der Abhängigkeit.

Autor: Artur

Der technikinteressierte und bibeltreue Christ Artur Weigandt bloggt über Datenschutz, Webprogrammierung, sicheren Umgang mit dem Internet und die Bibel. Er arbeitet an der christlichen Community youthweb.net mit, programmiert Webapplikationen und beteiligt sich bei diversen Open Source Projekten.

2 Kommentare

    • So herum finde ich es auch besser.

      Wobei Google bereits damit beginnt, Datensicherungen über Google+ für diverse Dienste anzubieten.
      https://plus.google.com/u/0/settings/exportdata?tab=w8&hl=de
      Das sind zwar bisher nur Picasa, Buzz,G+ Stream, die eigenen Profildaten und die Kontakt-Daten verfügbar.

      Wenn sich das aber auf alle Dienste (besonders Text&Tabellen) ausweitet und noch eine API dazu kommt, könnte man automatisierte Backups der Google-Dienste realisieren.