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Ist zwar schon was älter, aber ich wollte es noch in meinen Blog aufgenommen haben, weil der Gedanke so grotesk ist.

Holmes, der Attentäter von Denver, war nach bisherigen Erkenntnissen weder bei Facebook noch bei Twitter aktiv und war damit „für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar, unverdächtig“.

Ein 24 Jahre alter US-Amerikaner, ein ehemaliger Student und Waffennarr offenbar, der nicht vernetzt ist, keine Bilder tauscht und seine Befindlichkeiten nicht mit der Community teilt. Das ist nicht nur ziemlich selten, sondern kommt einigen auch ziemlich verdächtig vor.

Glaubt man Richard E. Bélanger und seinen Kollegen, könnte dieses Verhalten sogar auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen. In einer Studie aus dem vergangenen Jahr haben die Psychologen herausgefunden, dass junge Menschen, die sich mit ihren Online-Aktivitäten sehr zurückhalten oder das Netz gar nicht nutzen, ähnlich häufig zu Depressionen und anderen psychischen Leiden neigen wie jene, die das Netz exzessiv nutzen. Bei Jugendlichen, die regelmäßig, maximal zwei Stunden täglich, online gehen, sei dies nicht der Fall.

Machen sich Facebook-Verweigerer verdächtig? – dertagesspiegel.de

via netzpolitik.org, thanks!

P.S. Ich betreibe diesen Blog ja auch nur, damit keiner Verdacht schöpft, weil ich nicht bei Facebook bin. 😉

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Im heutigen Teil meiner Link-Sammlung geht es um Überwachung, Datenschutz und Privatsphäre.

In den USA verbreitet sich unter Arbeitgebern ein übler Trend immer weiter aus:

In den USA gibt es anscheinend immer mehr Arbeitgeber, die Bewerber auffordern, die Daten ihrer Accounts für Social Networks oder Web-Mail herauszugeben – die potentiellen Arbeitgeber wollen so an Informationen in Social Networks gelangen, die Bewerber nicht mit der Öffentlichkeit, sondern nur mit bestimmten Personen geteilt haben.

US-Politiker sehen zunehmenden Druck auf die Privatsphäre von Job-Bewerbern – heise.de

Das gleiche hatte ja ein schwäbischer Jugendrichter versucht, als er einen Facebook-Account beschlagnahmt hatte. Der Angeklagte und erfreulicherweise auch Facebook gaben die Daten aber nicht heraus.

„Was Facebook veranstaltet, ist skurril und beinahe schon albern“, kommentiert Sierk Hamann den Umgang diverser Stellen des sozialen Netzwerkes mit dem Reutlinger Amtsgericht.

Facebook zeigt vor Gericht sein wahres Gesicht – gea.de

Die Webseite der EU-Kommission lässt nun auch wieder anonyme Nutzer zu. Die hatten vorher eine Blockade drin, wodurch Nutzer eines VPNs von der Webseite ausgeschlossen wurde. Eine anonyme Nutzung der Webseite war damit nicht möglich. Tor bleibt aber nach wie vor blockiert.

Die Sperre verletze das Recht der Bürger, sich anonym Zugang zu öffentlichen Informationen zu verschaffen, schrieb der Jurist [Patrick Breyer vom AK VDS]. Blockiert gewesen seien unter anderem die meisten Server des Tor-Netzwerks sowie weitere Anonymisierungsdienste. […]

Breyer hatte sich über die vollständige Entsperrung der Kommissionsseite zu früh gefreut. […] Tor bleibt aber nach wie vor blockiert

EU-Kommission lässt anonyme Nutzer wieder auf ihre Website – heise.de

Die TSA (Transportation Security Administration) bietet ein Verfahren namens „Precheck“ an, mit dem Fluggäste die Dauer der Kontrolle am Flughafen auf knapp 30 Sekunden verkürzen kann: Man zahlt einfach 100 Dollar. Erinnert mich ein bisschen an die Netzneutralität. Man könnte aber auch sagen, Terrorismus wird ab jetzt etwas teurer.

Etwaige Anweisungen, Teile seiner Kleidung ausziehen, können laut einem Bericht des Wall Street Journal durch die Zahlung von 100 US-Dollar umgangen werden. Auch die Überprüfung durch die umstrittenen Körperscanner fällt dann weg.

TSA führt schnelle Flughafenkontrolle für 100 US-Dollar ein – gulli.com

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Im meiner heutigen Link-Sammlung geht es um Datenmissbrauch und Facebook.

Die Deutschen sehen im Datenmissbrauch eine größere Gefahr als im Terrorismus.

81 Prozent [der Deutschen] sind der Meinung, dass der Datenmissbrauch die größte Gefahr darstelle, die vom Internet ausgehe, 70 Prozent sind sich sicher, dass dieser Missbrauch weiter zunehmen werde.

Beim Thema Datensammeln und Datenmissbrauch misstrauen die Bürger offensichtlich auch dem deutschen Staat. 59 Prozent fürchten, dass der Staat seine Bürger zum Beispiel in Bezug auf deren Telekommunikationsdaten zu stark überwacht. Interessant dabei: Terrorismus wird von 14 Prozent als großes Risiko betrachtet, die Sammelwut von Behörden sogar von 21 Prozent. Viel Hoffnung, dass sich die Lage bessert gibt es aber offensichtlich nicht. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass die staatliche Überwachung ihrer Meinung nach weiter zunehmen werde.

Datenmissbrauch größere Gefahr als Terrorismus – gulli.com

Wo Daten gesammelt werden gibt es auch immer die Gefahr, dass die Daten missbraucht werden. Man muss der Stelle, die diese Daten hält, also vertrauen. Nur schlecht, wenn die Stelle gar nicht ehrlich zu einem ist, was die Verwendung der Daten angeht. So zB. bei Facebook geschehen, die mir ihren „Social Plugins“ auf vielen Webseiten vertreten ist und (im Nachinein nachweislich) immense Datenmengen speichert.

Bisher hieß es ja immer, “Keine Sorge, wir machen nicht das, was uns unterstellt wird.” Mittlerweile liest sich das etwas anders: Facebooks Schutzbehauptung.

„Erst erklärte uns die Presseabteilung von Facebook: Nein, so was machen wir nicht, vertraut uns. Nachdem der technische Nachweis erbracht war, hieß es: Ja, stimmt schon, wir bekommen die Daten. Aber wir speichern die nicht – vertraut uns. Jetzt erklärt ein Techniker einige Details zur Cookie-Nutzung auf Facebook und heraus kommt: Ja, stimmt, wir benutzen diese Daten. Aber nur zu Eurer Sicherheit – vertraut uns.“

[…] Kann man einem Unternehmen vertrauen, das in dieser Frage mehrmals versucht hat, nicht die Wahrheit zu sagen?

Facebook: Du kannst uns vertrauen – netzpolitik.org

Diese gesammelten Daten sind für viele andere Stellen interessant. So wird auch schon mal gerne ein Facebook-Account beschlagnahmt, um eventuell an die Daten zu kommen, die zur Klärung eines Einbruchfalls dienen könnten.

[Ein schwäbischer Strafrichter] hat die Beschlagnahme eines Facebook-Accounts angeordnet, um an die Kommunikation eines Angeklagten zu gelangen. Der Amtsrichter erhofft sich davon Anhaltspunkte für die Aufklärung eines Einbruchsdiebstahls. Der Beschlagnahmebeschluss umfasst das Benutzerkonto bzw. die ein- und ausgehenden Nachrichten, sowie die bereits gespeicherten Nachrichten.

Amtsgericht lässt Facebook-Account beschlagnahmen – internet-law.de

Daten bei Facebook können aber auch zu etwas anderem führen: Zu Streit und/oder Trennungen zum Beispiel. So soll Facebook eine negative Wirkung auf Beziehungen haben. Nach der Ursache eines Streits gefragt, erwähnten nämlich immerhin 33 Prozent der Probanden das Wort „Facebook“.

Nicht immer sei das weltgrößte soziale Netzwerk jedoch alleine schuld gewesen. Vielmehr der tiefe Einblick in das Verhalten des Partners und in dessen Äußerungen sei oftmals der Auslöser. Laut der britischen Institution war oftmals von sogenannten Pinnwandeinträgen beispielsweise über Ex-Beziehungen die Rede, welche den anderen Partner in Rage brachte. Insofern einer der Personen von prekären privaten Nachrichten erfuhr, war das Verhältnis ebenfalls gestört.

Facebook trägt Mitschuld bei vielen Trennungen – gulli.com

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Immer wieder fallen mir im Netz Kleinigkeiten auf, die ich für meinen Blog erwähnenswert finde, aber die dann aus Zeitmangel meinerseits einfach nur als Entwurf im Backend oder als Notiz im Feedreader dahin vegetieren. Mit der Artikel-Serie „Da war noch was“ möchte ich etwa vier oder fünf dieser Fundstücke in unregelmäßigen Abständen gebündelt raushauen. Diese sind dann vielleicht nicht mehr so ganz aktuell, aber sicherlich irgendwann wieder von Interesse.

Von daher geht es hier dann mal los:

Simon Wüthrich von neuerdings.com machte sich Gedanken, warum Apples Siri eigentlich witzige Antworten gibt und was eigentlich mit den eventuell privaten oder intimen Informationen passiert.

Weil Siri dazu lernen soll/muss, wird die Kommunikation auf einen Server übertragen. Ich weiß nicht, wer private Dinge mit diesem Programm austauschen wird, aber für mich gibt es da erst mal Bedenken, dass hier private Daten verschickt und analysiert werden.

Eine Frage der Lernkurve: Warum Apples Siri witzige Antworten gibt – neuerdings.com

Andre Meister stellt auf netzpolitik.org eine Android App vor, mit der SMS-Nachrichten verschlüsselt versendet werden können.

Bereits in der Vergangenheit gab es Techniken, Mobiltelefonie zu verschlüsseln. Diese waren jedoch entweder kompliziert oder teuer. Kostenlos und einfach ist die Android-App TextSecure. Dieses Programm kann SMS verschlüsselt über das Netz verschicken und speichert alle Nachrichten verschlüsselt auf dem Gerät.

TextSecure: SMS verschlüsseln mit Android – netzpolitik.org

Gulli.com berichtete über den Dinenst Identified, eine Berufssuchmaschine, die teilnehmende Facebook-Nutzer mit einem Wert zwischen 0 und 100 bewertet und das Scoring von den offengelegten Daten abhängig macht.

Wollen Unternehmen ihre Bewerber aus dem Datenpool auswählen, müssen sie dafür eine Gebühr entrichten. Die Benutzer hingegen bezahlen – ähnlich wie bei Facebook selbst – „nur“ mit ihren Daten. Wer auf der Webseite sehen will, was Teilnehmer und Unternehmen mithilfe von „Identified“ über einen herausgefunden haben, muss ebenfalls seine Daten freigeben. Das war auch der Grund, warum wir auf einen Testlauf mit unserem realen Facebook-Account freiwillig verzichtet haben.

Identified hilft in den USA alle Bewerber zu durchleuchten – gulli.com

Und im Lawblog berichtet ein Leser von seinen Erfahrungen mit der Bundespolizei.

Danach betrachtete er meinen Laptop, klappte ihn auf und schaltete ihn an. Wohl vom angezeigten „Enter passphrase: “ überfordert klappte er ihn auch gleich wieder zu. Darauf befahl er mir, mich komplett auszuziehen. Wenig beeindruckt fragte ich zunächst warum ich das tun sollte. Darauf sagte der Jüngere: „Verdacht auf BtM“. Als ich nach den Grund für den Verdacht fragte, meinte der Ältere nur: „Steht so in der StPO“. Darauf der Jüngere: „Entweder Sie ziehen sich aus. Oder es gibt eine Anzeige auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.”

„Verdacht auf BtM“ – lawblog.de

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Martin Weigert zählt auf netzwertig.com einige Webseiten auf, die durch die Downtime von Facebook heute morgen in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum größten Teil betrifft es Webseiten, die nur einen Login über Facebook anbieten.

Man sieht sehr schön, in welche Abhängigkeit sich diese Webseiten mit einem Facebook-Login begeben haben. Und welche Macht Facebook über immer mehr Webseiten bekommt.

“Single point of failure”: Viele Webdienste sind auf Facebook-Ausfall nicht vorbereitet – netzwertig.com