Meine Fahrrad-Ziele für 2023

Ich liebe das Fahrradfahren. Und das Beste daran ist, dass ich damit weit mehr Autofahrten ersetzen kann, als gedacht.

Ich habe in diesem Jahr ein Experiment gewagt: Seit Januar 2022 habe ich mir vorgenommen, dass ich das „Fahrrad als Default“ verwende. Das bedeutet, dass ich mir vor jeder Fahrt, Besorgung, etc die Frage stelle: „Kannst du hier das Fahrrad nehmen?“. Bei vielen Fahrten, bei denen ich vorher – ohne darüber nachzudenken – das Auto verwendet hätte, war die Antwort: „Ja, kann ich“.

2022:

Bei meinem Experiment ging es nicht darum, irgendwelche messbaren Ziele zu erreichen. Ich wollte einfach nur mein Mindset anpassen. Meine Einstellung zu ändern. Warum nehme ich beim Satz „Ich fahre mal kurz was holen“ automatisch an, dass ich das Auto verwende? Was sollte es nicht auch das Fahrrad sein? Also .

Jetzt haben wir Dezember und ich blicke auf 11 Monate meines Experiments zurück. Und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Die simple Frage „Kannst du das mit dem Fahrrad erledigen?“ hat einiges bewirkt. In meinem Kopf bin ich jetzt gedanklich auf umgeschwenkt. Das hat besser funktioniert als erwartet.

Und das Tolle ist, dass sich auch meine Umgebung daran gewöhnt hat. Musste ich mir vorher (nett gemeinte) Sätze mit „Sportlich, sportlich“ oder „Musst du Sprit sparen?“ anhören, ist das inzwischen normal geworden. Auch in meiner Familie ist das soweit angekommen, dass bei geplanten Besorgungen im Vorfeld erwähnt wird, dass vermutlich das Auto benötigt werden wird.

Einkäufe sind leider schwierig

Am schwierigsten gestalten sich im Moment der Transport von größeren Sachen wie Einkäufe. Mit einer Mietwohnung, die nur einen Fahrradkeller über Treppe anbietet, bin ich etwas eingeschränkt, was meine Möglichkeiten betrifft. Ein Lastenrad bekomme ich nicht in den Keller. Und generell möchte ich auch kein Ebike haben, da ich das aus dem Keller holen müsste und auch keine Möglichkeit zum Laden habe, bei der die Stromrechnung nur für mich abgerechnet wird. Eine Garage habe ich auch nicht. Es gibt zwar welche in direkter Nähe, aber die sind alle dauerhaft vermietet.

Ich habe aber vor einiger Zeit einen Fahrradanhänger, der sich sehr kompakt zusammenklappen lässt und gut im Keller verstauen lässt. Für Einkäufe bedeutet das aber, das der Ahänger zuerst aus dem Keller geholt werden muss, vor dem Haus montiert wird und nach dem Einkauf wieder zusammengebaut und im Keller verstaut werden muss. Einkäufe funktionieren also prinzipiell, aber es muss hier noch einfacher werden. Aber ich habe da so eine Idee, die ich noch prüfen muss.

2023: Klare Voraussetzungen und mehr Daten

Ich bin kein Freund von guten Neujahrs-Vorsätzen. Wenn man erkennt, dass man sich an einer Sache verbessern sollte, dann fängt man sofort damit an, und wartet nicht auf einen bedeutungslosen Tageswechsel irgendwann im Jahr. So sind meine „Ziele“ für 2023, die ich mir stellen möchte, auch keine richtigen Ziele. Und sie gelten auch nicht ab 2023, sondern im Grunde ab sofort. Mit der Jahresangabe kann ich aber später rückwirkend besser die Fortschritte einteilen.

Ich möchte mir 3 Voraussetzungen oder Anforderungen aufstellen, ab wann ich das Auto benutzen darf. Für jede Autofahrt muss mindestens eine der Anforderungen erfüllt sein:

  1. Liegt das Ziel weiter als 10km entfernt?
  2. Fahren im Auto mindestens 4 Personen mit?
  3. Muss etwas transportiert werden, dass ich nicht anders transportiert bekomme?

Sollte ich bei allen 3 Punkten mit „Nein“ antworten, dann werde ich auf das Auto verzichten. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es Ausnahmen geben wird. Vielleicht muss es einmal wirklich schnell gehen. Oder ich muss meine Großeltern irgendwohin fahren. Es wird Situationen geben, in denen diese Voraussetzungen einfach nicht angemessen sind. Auch für diese Fälle habe ich mir etwas überlegt.

Sollte ich doch das Auto verwenden, obwohl keine der Voraussetzungen erfüllt war, muss ich ein Fahrtenbuch in einer App führen. Darin notiere ich die Kilometerstände bei Start und Ende der Nutzung und den Grund für die Nutzung. Das wird mir hoffentlich später ein besseres Verständnis davon geben, wo im Alltag ich noch nicht das einsetzen kann. Und dann kann ich überlegen, wie ich das verändern kann.

Und irgendwann: Das eigene Auto abschaffen?

Das Auto ganz abzuschaffen, wäre ein echter Traum. Aber ich muss realistisch bleiben. Die Versorgung der Familie mit Kindern und Großeltern hat Vorrang. Letztendlich sind das die Auswirkungen einer autozentrierten Stadtplanung. Bis wir wieder zu einer menschen-zentrierten Stadt kommen, wird es wohl noch etwas dauern. Aber ich möchte mich dafür einsetzen und dabei mithelfen.


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